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In-Ear-Monitoring für Schlagzeuger

Sonntag, Juli 18th, 2010

Schlagzeug ist ein lautes Instrument – insbesondere eine gute Snare und Becken bohren sich regelrecht ins Gehör; wer da nicht beizeiten aufpasst hat bald unter lebenslangen Folgen zu leiden: Schwerhörigkeit und Tinnitus werden immer wieder gerne genommen. Bei einem akustischen Schlagzeug und einem Drummer, der sein Instrument nicht nur streichelt, führt kein Weg an einem Gehörschutz vorbei. Meist will man aber nicht nichts hören, sondern ganz gezielt; typisch sind drei Szenarien:

  • Üben: Beim Üben von Technik, neuen Grooves, usw. genügt ein Gehörschutz alleine. Beim Üben zum Click, zu Musik, zu Playalongs will man aber einerseits sein Gehör schützen, andererseits ganz gezielt diese Dinge hören – zusätzlich zum eigenen Schlagzeug.
  • Proberaum: Hier ist es oft eher zu laut als zu leise – Gehörschutz daher Pflicht, aber natürlich muss man die anderen und sich selbst hören können.
  • Bühne: Hier muss nicht einmal zwingend die Lautstärke das Problem sein – man hört aber die anderen vielleicht nicht richtig, schlicht weil sie zu weit weg sind.

In allen Fällen ist ein Monitoring notwendig – und dieses gekoppelt mit Gehörschutz führt fast zwangsläufig zum In-Ear-Monitoring. Dabei hat der Musiker Stöpsel im Ohr, die einerseits möglichst gut gegen Schall von außen abschirmen, die andererseits aber Lautsprecher enthalten, die in nun möglicher moderater Lautstärke den Musiker mit genau dem beschallen, was er hören möchte. Das geht natürlich für jedes Instrument, hier soll es gezielt um den Schlagzeuger gehen. Die möglichen Schallquellen, die für ihn interessant sind, können sein:

  • Üben: Click, Musik vom CD-Player, vom MP3-Player.
  • Proberaum: Summenmix, Drums, Bass, Rhythmusgitarre.
  • Bühne: siehe Proberaum.

Um diese Signale bequem zusammenführen zu können und um einigermaßen autark zu sein, weil man nie weiß, was einen erwartet, bietet sich ein kleines Mischpult an:

Mischpult für In-Ear-Monitoring am Drumset

Mischpult für In-Ear-Monitoring am Drumset

Acht Kanäle wie hier sind schon üppig, vermutlich kommt man mit vieren schon sehr weit; da das Ganze aber sowieso in einem Rack landet spielt es keine Rolle. Die Klangregelung mit durchstimmbaren Mitten ist komfortabel, zwei Aux-Wege gibt es sogar, auf einen können Effekte gelegt werden, usw. – dieses Pult reicht auf jeden Fall für’s In-Ear-Monitoring eines Drummers. Ein paar Dinge müssen aber dennoch bedacht werden:

  • Höreranschluss: Die meisten In-Ear-Hörer haben sehr niedrige Impedanzen, sie liegen im Bereich von 4 bis 32 Ohm. Die meisten Mischpulte wollen aber nur Kopfhörer mit 150 Ohm und mehr haben. Abhilfe ist ein Kopfhörerverstärker, der dem Mischpult nachgeschaltet wird – und der entsprechend niedrige Impedanzen verträgt.
  • Limiter: Im Proberaum und live können unbeabsichtigt hohe Pegelspitzen, z.B. durch Feedbacks, auftreten – nicht gut für das Gehör! Daher sollte unbedingt noch ein Limiter im Ausgang sitzen, sprich, als Insert eingeschleift werden.

Die Szenarien können nun wie folgt aussehen:

  1. Üben mit Click:
    1. Metronom: Vom Ausgang des Metronoms in einen Eingang des Mischpultes. Metronome haben häufig Kopfhörerausgänge als Miniklinke, hier braucht man nur einen passenden Adapter, meist auf normale Klinke, um ins Mischpult zu kommen.
    2. Drumcomputer: Es muss kein schlichtes Metronom sein, es kann auch ein Drumcomputer sein, z.B. per Softwarelösung wie Hydrogen. Typischerweise wird man dazu ein Notebook einsetzen, dessen Soundkarte auch einen Miniklinkenausgang hat, womit man per Adapter ins Mischpult gelangt.
  2. Üben mit Musik: Hat das Gerät – z.B. ein CD-Player – einen Line-Ausgang, dann kann man hierüber in das Mischpult gehen, entweder direkt auf einen Stereoeingang oder zur Not auf zwei Monokanäle; hat das Mischpult Cinch-Eingänge, dann nutzt man diese, sonst ist halt ein Adapter erforderlich,  z.B. auf Klinke. Hat das Gerät – z.B. ein MP3-Player – nur einen Kopfhörerausgang, dann nutzt man diesen per Adapter. Eventuell legt man sich das eigene Schlagzeug, zumindest Bassdrum und zwei Overheads, auch noch mit auf das Mischpult – interessant dann, wenn die verwendeten Hörer eine sehr gute Außengeräuschdämpfung haben.
  3. Üben im Proberaum:
    1. Ohne Click: Im einfachsten Fall legt man sich ein Gesamtsignal auf’s Mischpult, vielleicht zusätzlich noch eine gesonderte Bassspur vom DI-Out des Bassamps. Möglicherweise legt man sich das eigene Schlagzeug wie schon beschrieben auch auf das Pult.
    2. Mit Click: Hier kommt zusätzlich auf einen weiteren Kanal das Metronom oder der Drumcomputer wie oben beschrieben. Dann mischt man sich aus dem Click, dem eigenen Schlagzeug und dem Rest der Band das passende Monitorsignal zusammen.
  4. Live:
    1. mit FOH-Summe: Ein relativer einfacher Fall ist, das FOH-Summensignal auf der Bühne abzugreifen und auf das eigene In-Ear-Monitoringpult zu legen. Bei Bedarf kann man dazu noch einen Click dazumischen wie oben beschrieben. Hier ist der Limiter im Ausgang sehr wichtig, damit einem ein Feedback nicht die Ohren wegbläst.
    2. mit Monitorsignal: Steht ein eigenes Monitorsignal zur Verfügung, dann verwendet man natürlich dieses an Stelle der FOH-Stereosumme, der Click kommt bei Bedarf wie gehabt dazu.
    3. autark: Steht kein oder kein gutes Monitorsignal zur Verfügung, dann nimmt man es zur Not, ergänzt es ggf. um einen Click und auf weiteren Spuren Overheads, Snare, Bassdrum und evtl. noch den Bass per DI-Out des Bassamps. Dazu sind evtl. Mikrofonsplitter erforderlich, um an die Mikrofonsignale zu kommen und vielleicht auch eine DI-Box im Kabel des Basses.
Ein komplettes Rack kann dann wie folgt aussehen:
In-Ear-Rack

In-Ear-Rack

Ganz oben sitzt das Mischpult. Es folgt der Kopfhörerverstärker, weil an diesem die Abhörlautstärke eingestellt wird. Darunter sitzt der (Stereo-)Limiter, der im Signalfluss zwischen Mischpult und Kopfhörerverstärker liegt – an ihm wird die Maximallautstärke zum Schutz des Gehörs eingestellt. Darunter folgt ein Vierfach-Kompressor/Gate/Limiter, um bei Bedarf Eingangssignale des Mischer bearbeiten zu können, z.B. das eigene Drumset. Es folgt der Equalizer, an dem im Grunde nur einmalig etwas eingestellt werden muss – danach wohl nur noch beim Wechsel des In-Ear-Hörers; der EQ sitzt im Insert des Mischpultausgangs. Darunter sitzt ein Vierfach-Mikrofonsignalsplitter für den Fall der Fälle; sinnvollerweise ist er gleich verkabelt und die Ausgänge führen auf die ersten vier Mischpulteingänge. Ganz unten ist die Endstufe für den Shaker eingebaut, sie hängt am Subwoofer-Ausgang des EQ. Die beiden Verstärker sind an Positionen eingebaut, die ihnen Kühlluft verschaffen, weil die darüber eingebauten Geräte nicht warm werden und Abstand haben bzw. wenig tief sind.
Der gezeigte Aufbau ist natürlich der Maximalausbau, es geht auch mit weniger – Mischpult, Kopfhörerverstärker und Limiter reichen bereits aus.
Wenn man sein eigenes Drumset auf dem Mischpult braucht, dann ist für Snare und Bassdrum schnell noch ein Mikrofon angeklemmt und man spart sich das Splitten. Für Overhead muss man aber doch splitten oder zwei weitere Overheads aufbauen, stereo sollte es hier nämlich schon sein.
Am Ende der Kette stehen dann die Hörer; das übliche Billigzeugs, das bei Playern jeder Art mit dabei ist eignet sich für diesen Zweck nicht, da die Außengeräuschdämpfung – falls überhaupt vorhanden – viel zu gering ist. Es ist entsprechende Hörer erforderlich. Der Knackpunkt ist hier die Qualität der Basswiedergabe; günstige Ein-Wege-Systeme vollbringen hier keine Wunder, Zwei-Wege-Systeme leisten hier mehr – und kosten auch mehr. Die Hörer gibt es mit universellen Passstücken in verschiedenen Größen oder als Luxus- und Komfortausführung mit individuellen Otoplastiken, die nach dem jeweils eigenen Gehörgang per Abguss geformt sind. Besonders gut sind Abgüsse und damit Otoplastiken, die nicht nur den Gehörgang umfassen, sondern die gesamte innere Ohrmuschel.
Ein Schwachpunkt der In-Ear-Hörer ist deren Basswiedergabe – diese mag einem Schlagzeuger zu mau sein, um seine Bassdrum und den Bassisten richtig gut hören zu können. Erster Schritt der Abhilfe ist, nach dem Mischpult einen Equalizer einzuschleifen und bei diesem die niedrigen Frequenezn entsprechend anzuheben. Das nützt aber nur so weit, wie der Hörer diese überhaupt übertragen kann. Der zweite Schritt erfordert einen EQ mit einem gesonderten Ausgang für einen Subwoofer. An diesen hängt man eine Endstufe und an diese wiederum einen sog. Shaker, der am Sitz des Drummers befestigt wird – so spürt er die tiefen Frequenzen physisch!

Gitarre doppeln – oder das Doppeln faken

Freitag, Juli 16th, 2010

So richtig wirklich fett klingt auch eine verzerrte E-Gitarre erst, wenn sie gedoppelt wird. Dabei spielt der Gitarrist seinen Part nicht nur einmal, sondern mehrfach ein. Das ist nicht einfach, sind die verschiedenen Takes zu weit auseinander, so kann man das nicht verwenden, es klingt dann einfach nur schief und schräg. Aber auch wenn es wirklich sehr sauber mehrfach eingespielt wurde gibt es immer wieder kleine Unterschiede und Schwankungen – und das macht den Reiz aus und den Klang voll. Verwendet man dabei noch unterschiedliche Gain- und Klangeinstellungen, dann kann man beim Mix viel damit anfangen und einen vollen Sound basteln.

Im Studio ist das alles kein Problem und heute die Regel. Was macht man aber bei einem Livemitschnitt? Noch dazu, wenn sowieso nur ein Gitarrist auf der Bühne stand? So richtig fett ist das nicht. Und wohin soll man das pannen? In der Mitte sitzen schon Snare, Bassdrum, Bass, Gesang, da ist kein Platz mehr für die Gitarre. Aber die eine Gitarre nur von einer Seite klingt auch komisch, insbesondere mit Kopfhörer. Da hilft es auch nur bedingt, wenn zwei Mikrofone vor dem Gitarrenamp standen – man hat dennoch dasselbe Signal auf beiden Spuren, auch wenn es leicht unterschiedlich klingt.

Jetzt muss man tricksen, um zwischen diesen Spuren Unterschiede zu erzeugen:

  • Eine Spur kann z.B. ein leichtes Chorus bekommen, evtl. sogar eines, das aus einem Mono-Eingangssignal ein Stereo-Ausgangssignal produziert – und diese ganze Gitarrenspur pannt man leicht auf eine Seite.
  • Die andere Spur kann ein Tape-Delay erhalten; ein gutes Tape-Delay-Plugin erlaubt einem – so wie es früher die mechanischen Tape-Delays zwangsweise an sich hatten – leichte Schwankungen im Gleichlauf einzustellen, was zeitliche Unterschiede zwischen den beiden Spuren bewirkt und diese Spur pannt man leicht auf die andere Seite.

Als Ergebnis sitzt die Gitarre nun nicht in der Mitte, sondern kommt als breite Wand von links und von rechts und es hört sich an wie zwei Gitarristen, eben weil die Spuren leichte Unterschiede – insbesondere auch zeitlich – haben. Das lässt sich beliebig kombinieren und erweitern, aber das Grundprinzip ist klar. Übertreiben darf man es nicht, denn es ist durchaus mit Kammfiltereffekten zu rechnen, die möglicherweise unerwünschte Auswirkungen auf den Sound haben.

Mitte-Seite-Stereofonie (M/S-Stereofonie)

Donnerstag, Juni 3rd, 2010

M/S- bzw. Mitte-Seite-Stereofonie ist ein hochinteressantes Mikrofonierungsverfahren, um mit zwei Mikrofonen Stereoaufnahmen zu erstellen. Hier im Blog des studio-in-a-box.de wurde das Verfahren und der Umgang damit schon des öfteren in einzelnen Posts vorgestellt; hier nun ein Post als Übersicht und Navigationshilfe:

  1. Theoretischer Hintergrund: http://studio-in-a-box.de/siablog/?p=1027
  2. Praktischer Aufbau: http://studio-in-a-box.de/siablog/?p=1066
  3. Dekodieren in der DAW: http://studio-in-a-box.de/siablog/?p=1075
  4. Praktischer Einsatz: http://studio-in-a-box.de/siablog/?p=1576
  5. Stereobasisbreite verändern: http://studio-in-a-box.de/siablog/?p=1431
  6. Mitte im Stereosignal bearbeiten: http://studio-in-a-box.de/siablog/?p=1143

Drumset abmischen in Logic

Freitag, Mai 28th, 2010
Drumset: Eingangsspuren

Drumset: Eingangsspuren

Hier sieht man die 11 Schlagzeugspuren eines Livemitschnittes:

  1. Bassdrum Mikrofon 1: Ein Noisegate stellt die Signale frei, ein EQ passt den Klang an, das Ergebnis geht auf Bus 1. Auf der Bassdrumspur sollte nach dem Noisegate eigentlich wirklich nur die Bassdrum zu hören sein – es sei denn, der Drummer ist manchmal etwas fußschwach, prügelt aber gleichzeitig die Snare wie verrückt; dann kommt manchmal auch etwas Snare mit durch, wenn man die Bassdrum nicht abwürgen will. Beim EQ kann man irgendwo einen High Cut setzen, die Bassdrum ist ja nicht das Hochtoninstrument. Im Mittenbereich liegen meist irgendwelche Pappfrequenzen, die sie so klingen lassen, als würde man auf einen alten Pappkarton schlagen – diese Frequenzen müssen abgesenkt werden. Der Rest erfolgt nach Geschmack – je nachdem, wieviel Attack und wieviel Wumms man haben möchte.
  2. Bassdrum Mikrofon 2: Siehe 1.
  3. Snaremikro Top: Ein Noisegate stellt die Signale frei, ein EQ passt den Klang an, das Ergebnis geht auf Bus 2. Wenn der Schlagzeuger vom Typ “Prügler” ist, dann kann man die Snare mit dem Noisegate sehr gut freistellen. Bei zarteren Musikern, die außer Rimshots auch noch was anderes spielen, dringt manchmal auch noch ein anderes Instrument leicht durch – das ist aber kein besonderes Problem. Pappfrequenzen müssen auch hier abgesenkt werden und die Frequenz, bei der die Snare richtig knallt darf durchaus angehoben werden.
  4. Snaremikro Bottom: Siehe 2, wobei der Pegel deutlich abgesenkt ist, sonst kommt zuviel Teppichrascheln durch. Beim EQ dürfen hier durchaus die Höhen angehoben werden, diese Spur ist ja hauptsächlich für das Teppichrascheln zuständig. Es hat was von einer Glaubensfrage, ob beim unteren Mikrofon die Phase gedreht werden muss oder nicht; da hilft nur Ausprobieren und was besser klingt wird gemacht.
  5. Tom 1: Panning nach rechts und Routing auf Bus 3. Bei schön klingenden weil gut gestimmten Toms ist meist kein EQ erforderlich.
  6. Tom 2: Panning nach links und Routing auf Bus 3.
  7. Tom 3: Panning weiter nach links und Routing auf Bus 3.
  8. Hihat: Der EQ arbeitet vor allem als Low Cut, nach dem Panning nach rechts geht es auf Bus 4. Auf der Hihat-Spur hat man eigentlich auch immer die Snare mit drauf – damit muss man leben.
  9. Ride: Diese Spur ist gemutet, da das Ride kaum gespielt wurde und für ein paar Schläge ist es ausreichend auf den Overheads.
  10. Overhead links (auch wenn R an der Spur steht): Panning ganz nach links und ab auf Bus 5. Die Overheads waren hier leider etwas zu hoch angebracht. Für reine PA-Anwendung oder reine Studioaufnahmen, bei denen nur das Schlagzeug zu hören ist, ist das kein Problem. Beim Liverecording, insbesondere auf einer lauten Bühne, sollten sie nicht zu hoch über den Becken sein, sonst sind die Einstreuungen einfach zu stark.
  11. Overhead rechts (auch wenn L an der Spur steht): Panning ganz nach rechts und ab auf Bus 5.

Damit sind die einzelnen Instrumente bzw. Spuren sinnvoll gruppiert auf Busse geroutet, erforderliche individuelle Einstellungen bereits erledigt. Nun geht es an die Busse:

Drumset: Busse bearbeiten

Drumset: Busse bearbeiten

  1. Bassdrum: Hier sitzt nur noch ein Kompressor, die Einzelsignale der beiden Mikrofone wurden ja schon bearbeitet. Der Kompressor sorgt für einen gleichmäßigeren Lautstärkepegel der einzelnen Kicks und macht etwas Druck. Um die Mitte etwas luftiger zu bekommen erfolgte noch ein ganz leichtes Panning nach links – die Bassdrum steht vom Publikum aus gesehen ja auch etwas links von der Snare.
  2. Snare: Das Noisegate hier soll weniger die Signale freistellen als klangformend arbeiten. Danach folgen ein Kompressor und ein Enveloper. Der Send-Effekt auf Bus 20 ist ein Reverb, damit die Snare nicht zu trocken klingt. Im Rockbereich darf man durchaus so kräftig an die Snare herangehen,  beim Jazz wäre das verfehlt. Entsprechend zur Bassdrum wurde die Snare ganz leicht nach rechts gepannt.
  3. Toms: Das Noisegate stellt die Toms frei und beendet allzu langes Nachklingen, der Kompressor verschafft ihnen etwas Druck und sorgt für einen ausgeglicheneren Pegel.
  4. Cymbals: Hier passiert gar nichts, der EQ ist bei den Einzelspuren, z.B. der Hihat. Noisegate und Kompressor schaden hier mehr als sie nützen.
  5. Overhead: Nachdem auf den Overheads die Becken stark vertreten sind wird hier nur ein EQ eingesetzt und ganz bewusst kein Noisegate und kein Kompressor.

Alle diese Busse werden auf Bus 6 geroutet – und  zwar im gewünschten Lautstärkeverhältnis untereinander. Auf Bus 6 sitzt nochmal ein Kompressor, der das gesamte Drumset akustisch quasi zusammenschweißt – und mit diesem Fader kann nun das komplette Drumset in den Mix eingefügt werden.

Livemitschnitt bearbeiten

Samstag, Mai 15th, 2010

Bei der Bearbeitung einer Mehrspuraufnahme aus dem Bereich “Rock / Punk / Metal” gehe ich immer mehr oder weniger gleich vor:

  1. Schlagzeug bearbeiten:
    1. Bassdrum: Die Bassdrumspuren (nicht selten sind es zwei) werden zunächst einzeln bearbeitet: Mit einem Noisegate wird das Nutzsignal herausgefiltert bzw. freigestellt, mit einem EQ der Klang optimiert; dazu gehört häufig, irgendwelche Pappfrequenzen in der Mitte abzusenken. Im Falle von zwei Spuren werden diese auf einen Bus geroutet und dort wird die Bassdrum noch mit einem Compressor bearbeitet, sonst kommt dieser auf die eine vorhandene Spur.
    2. Snare: Die Snarespuren (nicht selten sind es zwei) werden  zunächst einzeln bearbeitet: Mit einem Noisegate wird das Nutzsignal herausgefiltert bzw. freigestellt, mit einem EQ der Klang optimiert; dazu gehört häufig, irgendwelche Pappfrequenzen in der Mitte abzusenken und meist auch ein Low Cut. Im Falle von zwei Spuren werden diese auf einen Bus geroutet und dort wird die Snare noch tmit einem Compressor bearbeitet, sonst kommt dieser auf die eine vorhandene Spur.
    3. Toms: Die Toms werden auf eine Stereospur geroutet und vernünftig im Panorama verteilt. Meist ist eine weitergehende Bearbeitung nicht erforderlich, ein Compressor und evtl. ein Noisegate reichen.
    4. Becken: Beckenspuren wie Hihat oder Ride werden einzeln mit einem EQ bearbeitet, hier ist ein Low Cut immer sinnvoll.  Dann werden diese auf eine Stereospur geroutet und dabei sinnvoll gepant.
    5. Overhead: Die beiden Overheadspuren werden auf eine Stereospur geroutet und dabei sinnvoll gepant. Auf der Stereospur wird dann ein EQ eingesetzt, es dürfte fast immer ein Low Cut sinnvoll sein.
    6. Gesamtes Drumset: Die einzelnen Busse (Bassdrum, Snaredrum, Toms, Becken, Overhead) werden auf einen Stereobus geroutet, mit den einzelnen Bussen wird ein ausgewogenes Klangbild und Lautstärkeverhältnis des gesamten Drumsets eingestellt. Auf dieser Gesamt-Drumspur sitzt noch ein Compressor, der das komplette Drumset zusammenschweißt und nun kann mit einem einzigen Regler das komplette Drumset in den Gesamtmix eingefügt werden.
  2. Bass bearbeiten: Praktisch jeder aktuelle Bassverstärker hat einen eingebauten DI-Out, über den man ihn optimal abnehmen kann. Zur Bearbeitung genügen meist EQ und Compressor.
  3. Gitarren bearbeiten: Jedes Gitarrensignal wird getrennt bearbeitet, sinnvoll sind meist ein Noisegate und ein EQ; Compressor hat bei verzerrten Gitarren keinen Sinn, das Signal ist ja schon komprimiert. U.U. kann man den Sound über Effekte wie Chorus noch etwas anfetten, bei einem Livemitschnitt geht echtes Doppeln ja nicht. Alle Gitarrensignale werden dann auf einen Gitarrenbus geroutet und dabei sinnvoll gepant, damit man hinterher mit einem Regler die Gitarren in den Gesamtmix einfügen kann.
  4. Gesang bearbeiten: Jede Gesangsspur wird zunächst einzeln bearbeitet. Hier ist insbesondere ein EQ sinnvoll, meist auch ein Noisegate – wenn es nicht gerade Flüsterpassagen gibt. Bei mehrere Gesangsspuren werden diese dann auf einen Bus geroutet und dabei entsprechend gepant. Hier ist es sinnvoll, über ein Send Reverb auf den Gesang  zu geben und evtl. auch etwas Kompressor.