Unterschiedliche Größen von Drumsets wirken sich bei der Mikrofonierung insbesondere bei der Overheadmikrofonierung aus. Bei einem kleinen Drumset (ein bis drei Toms, ein bis drei Becken) ist es kein Problem, mit zwei Overheadmikrofonen recht nahe (unter 1 m) über dem Drumset zu sein. Das gibt eine ziemlich direkte Aufnahme mit wenig Raumanteil und dennoch ist kein Instrument zu laut oder zu leise auf der Overheadspur.
Bei einem großen Drumset (zwei Bassdrums, fünf oder mehr Toms, fünf oder mehr Becken) sieht das etwas anders aus. Bei gleicher Positionierung wie oben geschildert ist die Gefahr recht groß, dass einzelne Instrumente zu laut, andere zu leise auf der Overheadspur landen. Mehr als zwei Overheadmikrofone wären eine Lösung – wenn da nicht die Phasenprobleme wären, die man sich damit einhandelt. Da ist es besser, mit den Overheadmikrofonen weiter weg zu gehen, das gibt die rundere Aufnahme. Allerdings ist dabei zu beachten, dass damit der Raumanteil deutlich größer wird und daher ein gut klingender Aufnahmeraum Voraussetzung ist. Hinzu kommt, dass möglicherweise weitere Mikrofone erforderlich werden, z.B. für die Hihat oder die Toms, um diese adäquat abbilden zu können.
Kurz gefasst:
- Bei einem kleinen Drumset kommt man mit zwei recht niedrig angeordneten Overheads plus Snaremikro plus Bassdrummikro schon ziemlich weit.
- Bei einem großen Drumset müssen die Overheads weiter weg und neben Snaremikro und Bassdrummikro sind Hihatmikro und Tommikros sinnvoll.
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Hallo. Die Seite ist absolut Spitze. Seit Tagen lese ich nichts anderes mehr! Super…
Hier wird viel von der Raumakustik des Aufnahmeraums gesprochen. Kannst du mir spezifische Tipps geben, wie ich genau die optimieren kann?
Hier noch eine Abbildung, wie der Raum aussieht, in dem das Schlagzeug steht:
http://imagine-x.de/aufnahmeraum.pdf
Ich freue mich über jeden Vorschlag!
Matthias
Raumakustik ist ein wirklich schwieriges Thema.
Wenn du mit den Mikrofonen nah genug an die Schallquellen herangehen kannst (close miking), dann stört auch ein problematischer Raum nicht besonders.
Problematisch an Räumen kann deren Reflexionsverhalten sein. Bei den vielen Betonwänden im Plan befürchte ich da heftige Reflexionen, einen unschönen Hall, Flatterechos, usw. Die freien Wände (möglicherweise auch Boden und Decke) sollten auf jeden Fall gedämpft werden, um die Stärke der Reflexionen zu vermindern.
Ebenfalls problematisch bei vielen parallelen Flächen kann sein, dass sich bestimmte Frequenzen aufschaukeln und diese stark überrepräsentiert sind. Wenn da z.B. gerade ein Tom auf dieser Frequenz liegt, dann dröhnt diese Trommel und ist deutlich lauter als die anderen Toms.
Im Low Budget-Bereich kann man einfach mal experimentieren, indem man mit Stoffabspannungen, Vorhängen, Schaumstoff, Teppichen, Holzverkleidungen, Trennwänden, usw. versucht, die Probleme in den Griff zu bekommen – so nach der Methode “Versuch und Irrtum” – bis die Aufnahmen gefallen.
Im High End-Bereich lässt man sich einen Fachmann kommen und dieser baut den Raum entsprechend aus – da kann man richtig viel Geld vergraben.
Danke für deine schnelle und ausführliche Antwort!
Jaa, ich kann mir gut vorstellen, dass das schnell in die Tausenderbeträge geht!
Es gibt doch diese Schaumstoffmatten/Absorber, die wie Eierpappen geformt sind und pro m² erwerblich sind. Sind die hilfreich?
Bei der nächsten Aufnahme werde ich wohl mal Handtücher an die Wände hängen und sehen was passiert. Zusätzlich könnte man den Raum vielleicht dort zerteilen, wo ein Durchgang ist, indem man eine Matratze in den Weg stellt, oder?
Kannst du mir ein gutes Bass-Mikrofon für unter 100€ empfehlen? Sowohl für den Bass als auch die Bassdrum? Die Auswahl ist so riesig, dass man bei meinem Know-How kaum weiterkommt. In jedem Forum werden andere Mikros empfohlen. Und auf das niedrig- bis mittelpreis Segment ist da nie einer gut zu sprechen.
Vielen Dank
Matthias
P.S.: Ich werde dich auf jeden Fall weiterempfehlen!
Auf der einen Seite kann man einfach mal herumexperimentieren und schauen, was es bringt. Wenn man das fundiert angehen will, dann ist das hier sehr lesenswert:
http://www.casakustik.de/forum/index.php/topic,326.0.html
Zum Bassdrummikrofon:
http://studio-in-a-box.de/siablog/?p=1437
Ein ordentliches Bass Drum Mikrofon ab 30€! Das nenne ich mal ein Angebot.
Dankeschön!
Ja, das Teil ist wirklich brauchbar; die üblichen Voraussetzungen sind natürlich wie bei jedem Mikrofon eine gut klingende, gestimmte Bassdrum und die richtige Mikrofonposition, aber dann bekommt man ein vernünftiges Signal.
Klar kann man auch deutlich mehr Geld ausgeben und bekommt dafür möglicherweise auch mehr geboten, aber das DAP DM-20 ist bei begrenzten Mitteln auf jeden Fall mal keine Fehlinvestition.